Die AFS-Methode

ist das Ergebnis qualitativer und quantitativer empirisch- pädagogischer Forschung. Die multisensorische Methode, deren Entwicklung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht worden ist, beruht auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass eine Verbesserung der Schreib-, Lese- und/oder Rechenfertigkeit eines legasthenen/dyskalkulen Menschen alleine durch das Üben am Symptom nicht zielführend ist.

Deshalb muss in den Bereichen der Aufmerksamkeit (um der zeitweisen Unaufmerksamkeit beim Schreiben, Lesen und/oder Rechnen entgegenzuwirken), weiters in den Funktionen oder Sinneswahrnehmungen (die geschärft werden müssen) und im Symptombereich (um den Wahrnehmungs- und Rechtschreib-/Rechenfehlern entgegenzuwirken) eine gezielte Förderung stattfinden.

Die Methode ist als eine umfassende zu sehen, weil die Kombination von vorgeschriebenen Strukturen und die frei wählbaren Teile der Förderung es erlauben, auf die Probleme der Kinder völlig individuell einzugehen.Die Methode ist offen für Anregungen und Verbesserungen von außen, alle Komponenten sollen sich ergänzen und ineinanderwirken, sodass dem Kind die bestmögliche Hilfestellung gegeben wird. Quelle: https://www.legasthenie-lrs-dyskalkulie.com/die-afs-methode/

Aufmerksamkeit

Die differente Aufmerksamkeit führt dazu, dass das legasthene/dyskalkule Kind im Symbolbereich nicht das leisten kann, was von ihm erwartet wird. Viele Fehler passieren, weil die Gedanken und das Handeln nicht im Einklang stehen. Dadurch entstehen sogenannte Wahrnehmungsfehler, die von Laien stets für z.B. Rechtschreibfehler gehalten werden. Das Zusammenführen der Gedanken und das gleichzeitige Handeln ist oberstes Ziel. Dies muss dem Betroffenen erst bewusst gemacht werden, damit er an diesem Problem arbeiten kann – ein intensives Gespräch darüber ist daher notwendig. Es kann nur der starke Wille des Betroffenen mithelfen, seine Gedanken besser unter Kontrolle zu bringen. Das Aufmerksamkeitstraining ist durch verschiedene Übungen positiv zu unterstützen. Wichtig ist es auch, öfter mit dem Kind über seine Probleme bezüglich der Aufmerksamkeit bei Symbolen zu diskutieren.

Aufmerksamkeit

Funktionen

Die Funktionen, Sinneswahrnehmungen, auch Teilleistungen genannt, sind bei legasthenen/dyskalkulen Kindern different. Sie haben eine andere Wahrnehmung, sehr schnelle Gedankengänge, die sie am richtigen Schreiben, Lesen oder Rechnen hindern. Diese Kinder brauchen eine längere Zeit, um sich mit Symbolen problemlos auseinanderzusetzen, und sie müssen wesentlich vertiefender Wortbilder oder Rechenprozesse erlernen. Wichtig ist es zu wissen, welche Sinneswahrnehmungen different sind, denn es ist in keiner Weise so, dass alle Teilbereiche betroffen sein müssen.

Weiters ist es wichtig, dass nicht alle Sinneswahrnehmungen gleichzeitig, sondern ein Teilbereich nach dem anderen trainiert und verbessert wird. Die Schwierigkeitsstufe der Übungen muss individuell nach dem jeweiligen Stand des Kindes gewählt werden. Das Kind soll nicht über-, aber auch nicht unterfordert werden und soll genügend Erfolgserlebnisse haben, damit es die Freude am Training nicht verliert. Jede sinnvolle Übung zur Verbesserung der Sinneswahrnehmungen kann im Rahmen des Funktionstrainings verwendet werden!

Funktionen 1

Symptom

Das Symptomtraining ist das Arbeiten an den Fehlern. Auch legasthene/ dyskalkule Kinder erlernen das Schreiben, Lesen und Rechnen durch das Üben. Wichtig ist nur, dass das Erlernen und Vertiefen langsam und stetig passiert und mit der Steigerung der Aufmerksamkeit und der Schärfung der Sinneswahrnehmungen einhergeht. Das Lernen muss mit allen Sinnen erfolgen. Das legasthene/dyskalkule Kind begreift am besten durch das Angreifen. Man sollte daher dem Kind ermöglichen, sich Buchstaben und Wortbilder auch dreidimensional zu merken. Viele Wörter werden zwar auf herkömmliche Art und Weise gespeichert, indem die Kinder von der Tafel oder vom Schul- ins Hausübungsheft schreiben. Doch meistens sind es die einfachen, sogenannten leichten Wörter, die sie absolut nicht behalten können. Hier kann eine dauerhafte Abspeicherung nur durch genaue Worterarbeitung gewährleistet werden. Eine persönliche Fehlerwörterliste des Kindes ist zu erstellen, diese ist dann kontinuierlich abzuarbeiten.

Symptom

Worterarbeitung

Nachdem eine persönliche Fehlerwortliste erstellt wurde, geht es an die Erarbeitung der Worte.

Dies erfolgt in drei Stufen:

WORTBILD – WORTKLANG – WORTBEDEUTUNG

Wortbild

Das Wort wird mithilfe diverser Materialien (Knete, Holzbuchstaben, in Sand geschrieben usw.) zusammengebaut. Je kreativer, desto besser. Dabei werden die Buchstaben genau betrachtet und laut ausgesprochen. Es kann mehrmals auf- und abgebaut werden.

 

Wortklang

Durch die eigene Stimme und die des Trainers, wird der Klang des Wortes bewusst gemacht. Das Lautieren der Buchstaben dient dem Kind zur Erkenntnisgewinnung, dass jedes Wort aus Buchstaben besteht. Dieses Bewusstsein ist legasthenen Menschen nicht immer gegeben. 

 

Wortbedeutung

Ein Wort, dessen Bedeutung nicht bekannt ist, kann nur schwer abgespeichert werden. Oft sind es sogenannte "leichte" Wörter wie "viel, gibt, sogar, ihr, eben ...", welche in ihrer Bedeutung Schwierigkeiten bereiten. Diese Wörter müssen in das richtige Verhältnis gesetzt und in Satzkonstruktionen verbaut werden. z.B.: Alltagssituationen

Hier lang
Um festzustellen, welche Sinneswahrnehmungsbereiche betroffen sind, wird im Vorfeld ein pädagogisches Testverfahren durchgeführt.